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Hallo zusammen! 🙂

Also wenn das miese Wetter eine gute Sache hat, dann dass man sich ohne schlechtes Gewissen unter fünf Decken auf dem Sofa vergraben und hemmungslos Serien und Filme schauen kann. So eingekuschelt lässt es sich zumindest recht gut aushalten.

Für Black Mirror: Bandersnatch musste ich dann allerdings doch die gemütliche Position verlassen, als ich beim Versuch es so starten erst mitgekriegt habe, dass es nicht auf dem TV über meinen Fire TV Stick geht. Also an den Laptop gesetzt, Netflix-App geöffnet, Serie rausgesucht, und wieder dasselbe. Erst beim dritten Versuch ging es dann im Browser über die Netflix-Homepage. Eigentlich war mir da ja schon die Lust darauf vergangen, aber wo ich es schon so weit gebracht habe, wollte ich dann doch wissen, was hinter diesem innovativen Filmkonzept steckt. Wenn ihr wissen wollt, wies mir gefallen hat, lest einfach weiter! 😉

Worum es geht

Im Zentrum steht der junge Programmierer Stefan (Fionn Whitehead), der 1984 versucht, einen Fantasyroman als Videospiel zu adaptieren. Als Zuschauer trifft man per Mausklick in bestimmten Situationen anhand von zwei Auswahlmöglichkeiten für Stefan Entscheidungen, die den weiteren Verlauf der Geschichte bestimmen.

Meine Meinung

Ich finde es toll, dass die Idee eines interaktiven Films hiermit auf den Weg gebracht wurde und auch, dass Netflix bereits angekündigt hat, mehr Filme dieser Art zu produzieren. Auch denke ich, dass Black Mirror das beste Format für Bandersnatch ist, denn es hat diese typischen mindfuck-Momente drin.

Mir hat Bandersnatch immer an den Punkten gut gefallen, an denen er sehr meta und selbstreferenziell ist. Das ganze Konzept an sich ist ja schon ziemlich meta, weil Stefan selbst im Film die ganze Zeit an den verschiedenen Entscheidungen und Pfaden für sein Videospiel tüftelt. Auch sowas wie, dass man an einem Punkt ihm erzählt, dass man Netflix ist und seine Entscheidungen kontrolliert, durchbricht natürlich völlig die Grenzen. Und auch wenn man sich bewusst ist, dass er einen nicht direkt ansprechen kann, fühlt man sich für seine Lage verantwortlich.

Auch hat mir gefallen, wie auf Details geachtet wurde, etwa wenn Entscheidungen von vorher später wieder aufgegriffen werden (z.B. die Kellogs, die später in der TV-Werbung wieder auftauchen)

Obwohl mich das total fasziniert hat, fing Bandersnatch auch irgendwann an, zu frustrieren. Es schien, egal wie ich entscheide und wie sehr ich meine Auswahl überdenke, es läuft immer wieder aufs Negative zu. Man wird ja an einigen Punkten wieder zurückgeworfen, dass man wie in einem Videospiel zu einem gewissen Punkt zurück kann und sich ab da nochmal neu entscheiden kann. Aber auch wenn ich dann immer wieder anders gewählt habe, war er im Endeffekt Tod oder ein Mörder etc. Irgendwann hat das dann genervt und ich hab mich echt gefragt, ob bereits meine Kellogs-Entscheidung zu Beginn falsch war.

Ich glaube ich wurde insgesamt dreimal zurückgeworfen und dann hatte ich irgendwann ein richtiges Ende mit dem ich auch tatsächlich zufrieden war. Das war doch ein versöhnlicher Abschluss, nachdem es mich zwischendurch sehr gestört hat.

Ich weiß aber nicht, ob man das dem Film ankreiden kann, in einem Spiel muss man ja auch öfter mal Rückschläge einstecken. Dennoch, ich denke es sollte dem Zuschauer schon auch Spaß machen. Und wäre das nicht so nervig gewesen, hätte dieses erzählerisch wirklich spannende Projekt bei mir auch keinen negativen Beigeschmack gehabt.

Fazit

Großartig, dass man mit Bandersnatch für Black mirror einen interaktiven Film verwirklicht hat. Die Entscheidungspfade sind geschickt verknüpft und die Macher haben auf Details viel Wert gelegt. Allerdings sollten nicht so viele Pfade in Sackgassen führen, weil das für Frust beim Zuschauer sorgt.

 

7,5 von 10 Popcorntüten!

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7 Gedanken zu “Black Mirror: Bandersnatch – Zwischen Faszination und Frustration

  1. Für mich war es der erste Ausflug ins Black Mirror Universum und mich hat der Film frustiert. Manche Entscheidungen (Frühstücksflocken) schienen bedeutungslos, andere waren irrelevant, weil trotz anderer Auswahl bestimmte Sachen trotzdem getan wurden und schließlich endete es zu früh in einer Sackgasse, man war somit gezwungen, die andere Wahlmöglichkeit zu nutzen. ICh fand das alles sehr lahm und für mich wurden die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft. Dann habe ich mich ein bisschen belesen und da wurde das Ganze abgefeiert, weil den Zuschauern vor Augen geführt wurde, dass es eigentlich keine Wahlmöglichkeit gibt etc. Für mich bleibt dennoch, dass die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft worden sind und es sich die Macher sehr leicht gemacht haben, indem sie die Nicht-Wahl zum Prinzip eines angeblich Interaktiven-Films erhoben haben. Aber sie haben ja alles richtig gemacht, wenn das dennoch abgefeiert wird.

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für dein Kommentar. Du bist also noch kritischer damit als ich. Dass es deswegen so abgefeiert wird, wusste ich nicht. Mir haben wie gesagt andere Dinge wie die Metaebene gut gefallen.
      Lass dich aber davon nicht von Black Mirror abschrecken, es gibt ein paar richtig gute Folgen.

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  2. Interessant zu lesen, dass es anderen genauso gegangen ist mit diesem Film. Ich dachte schon, ich hätte einfach immer nur die „falschen“ Entscheidungen getroffen. Letztlich lief es doch irgendwie immer auf das gleiche abgedrehte Ende hinaus und irgendwann war ich es dann auch leid. Wenn einem schon die Wahl gelassen wird, sollte es echte Alternativen gibt. Mich hat das Konzept des interaktiven Films nicht überzeugt. So ein Fiktionspakt hat schon seinen Sinn. Über eine neue Black Mirror Staffel hätte ich mich viel mehr gefreut.

    Gefällt 1 Person

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