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Hallo zusammen! 🙂

Ja, ich hab es geschafft … ich bin endlich mit Lost durch. Wobei endlich positiv klingt, dabei sind meine Gefühle ambivalent. „Endlich“ im Sinne von „Juhu“, weil solche Mamut-Serien unheimlich viel Zeit rauben und ich Probleme hab, mehrere Serien gleichzeitig zu sehen. Aber ich blicke natürlich auch mit einem weinenden Auge auf das Ende der Serie, schließlich fehlt etwas, wenn das monatelange abendfüllende Programm zu Ende ist…Mal sehen, mit was ich diese entstandene Lücke füllen werde. Aber für genug Nachschub ist eigentlich gesorgt…

Denn momentan sind Serien wohl auf ihrem absoluten Erfolgshöhepunkt. Dank Produktionen wie Breaking Bad, The Walking Dead oder Game of Thrones wechseln sogar eingefleischte Film-Fans zum seriellen Schauen. Und immer weiter sprießen neue interessante Formate aus dem Serienboden, sodass uns dieser Spaß wohl noch lange Zeit erhalten bleibt.

Gerade deshalb stand ich Lost zunächst eher kritisch gegenüber. Kann eine Serie, die nun schon 10 Jahre auf dem Buckel hat, wirklich so fesselnd sein, wie die aktuellen Produktionen?! – Ja, sie kann es.

Eigentlich bin ich nur zu Lost gekommen, weil ich mich wegen der Uni eingehender mit Robinsonaden beschäftigt habe. Und da ich gerne Serien schaue und Lost eine Robinsonade ist, war der nächste Schritt ziemlich naheliegend. Es ist natürlich schwer, so eine umfangreiche Serie zu reviewen (immerhin sind es 6 Staffel, mit insgesamt 121 Folgen á ca. 43 Minuten). Auch um Spoiler zu vermeiden, versuch ich es eher allgemeiner zu halten.

Worum es geht:

Der Oceanic Flug 815 stürzt auf dem Weg von Sydney nach Los Angeles über einer Insel ab. Fortan versucht die Gruppe der Überlebenden rund um den Chirurgen Jack Shepard auf der Insel zu überleben und vor allem gerettet zu werden. Doch recht schnell stellt sich heraus, dass es keine gewöhnliche Insel ist und, dass sie nicht ganz so einsam ist, wie eingangs vermutet …

Meine Meinung:

Hinter der Fassade einer typischen Robinsonaden getarnt, ist Lost ein spannendes Mystery-Drama. Die Serie spielt mit verschiedenen Realitätsebenen und lässt nicht nur die Inselbewohner, sondern vor allem den Zuschauer oft im Unklaren, was Wirklichkeit und was Traum, was Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit ist. Teilweise lautet die häufigste Frage der Charaktere nicht „Wo sind wir?“ sondern „Wann sind wir?“. Bis zum Schluss spielt die Serie mit dieser allgemeinen Verwirrung und schafft es dadurch auch den Zuschauer zum Nachdenken anzuregen: Gibt es nur das, was wir sehen, oder steckt dahinter viel mehr?

Die Serie führt die Charaktere sehr spannend und umfangreich ein. Von Folge zu Folge wird das Bild von jeder einzelnen Figur detailierter. Durch Rückblenden erfährt der Zuschauer, wer die Leute waren und warum sie in dem Flugzeug gelandet sind. Während die Rückblenden in die Vergangenheit noch logisch erfassbar sind, beginnen irgendwann ab Staffel 3 oder 4 Vorausdeutungen in die Zukunft. Wobei man nie was, ob es sich um wirkliche Zukunft oder mögliche Zukunft handelt.

Auf die einzelnen Charaktere möchte ich an dieser Stelle nicht genauer eingehen. Das würde den Umfang wohl komplett sprengen. Bei vielen wie zum Beispiel John Lock oder Sawyer weiß man nie genau, ob sie zu den Guten oder zu den Bösen gehören und was ihre eigentlichen Beweggründe sind. Ich find es sehr interessant, wie eigentlich jede Person im Laufe der Zeit eine Entwicklung durchmacht; wohl keiner ist am Ende der, der er zu Beginn der Serie war – nicht mal Ben bleibt seiner Linie treu. Was die Charaktere betrifft, hat mich einzig dieses Liebes-Hick-Hack in der Konstellation Jack-Kate-Sawyer gestört. Dieses Hin und Her von großer Liebe für den einen zu großer Liebe für den anderen, konnte ich nicht so ganz nachvollziehen. Wahrscheinlich sollte dadurch Spannung mit rein kommen, aber wegen mir hätten sich die Macher das auch sparen können.

Da ich von einem Blogger gebeten wurde, noch ein paar Worte zum Serien-Ende zu sagen (natürlich spoilerfrei):

Das Ende ist wie die ganze Serie extrem verwirrend. Eigentlich dachte ich bis kurz vor Schluss, es gäbe doch eine Art Happy End, aber im letzten Moment mit dem Blick in Jacks Augen wurde dann alles über den Haufen geworfen. Und wieder stellt sich die Frage was Realität und was Traum ist...Einerseits wünscht sich wahrscheinlich jeder Lost-Fan, dass zumindest am Ende endlich mal alles aufgelöst und Tacheles geredet wird. Andererseits wäre Lost nicht Lost, hätte es ein eindeutiges Ende gegeben. Letztendlich zeigt das Ende wohl die Verwobenheit von Realität und Traum in Perfektion.

Was mich gestört hat, war, dass bis zum Ende nicht abschließend aufgelöst wurde, was eigentlich die Rolle von Charles Widmore war. Ständig wurde um ihn so bedeutungsträchtig herumgeredet, dass ich dachte, er wäre der Insel-Gott in Person, und dann gab es doch keine Auflösung, warum er als so wichtig eingeführt wurde.

Fazit:

Lost hat sich bei mir von einem anfänglich „schau ich mal, weil Robinsonade“ sehr schnell zu einer meiner Lieblingsserien gemausert. Die Serie ist durchwegs spannend, auch wenn es immer wieder Folgen gibt, die einen durchatmen lassen. Aber die Grundfrage nach der Auflösung dieses Mysteriums bleibt über die ganzen Staffeln erhalten.

Alle Serien-Fans, die Lost noch nicht kennen, sollten sich die Serie unbedingt ansehen, denn sie kann locker mit den aktuell gehypten Formaten mithalten. Lasst euch nicht täuschen von der Fassade, in Lost steckt viel mehr als nur ein paar Leute, die auf einer einsamen Insel überleben wollen. Hier erwartet euch kein „Herr der Fliegen“-Revival, sondern ein mysteriöses Spiel mit Wirklichkeitsebenen.


 

Seit ihr auch Lost -Fans oder konnte euch die Serie bisher noch nicht reizen? Wenn ja, wie hat sie euch gefallen? Und was haltet ihr vom Ende?

Schreibts‘ mir doch in den Kommentaren! 🙂

 

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22 Gedanken zu “Lost – Review

  1. Für diese Serie sind bei mir damals die ganzen Semesterferien draufgegangen ^^. Die ersten 2-3 Staffeln fand ich super, danach wurde es mir zu verwirrend und zu merkwürdig. Aber ich fand die Serie trotzdem super und sie gehört für mich zu meinen Lieblingen.
    LG Lara

    Gefällt 2 Personen

      1. Da war ich auch schon voll in der Serie drin ^^.
        Ich weiss nicht, das Ende fand ich irgendwie so komisch, da erinnere ich mich nicht mehr so genau dran. Da war ich schon zu verwirrt :D.

        Gefällt 1 Person

  2. „Andererseits wäre Lost nicht Lost, hätte es ein eindeutiges Ende gegeben.“

    So ist es. Das Ende spaltet ja sehr die Gemüter, weil eben nicht alles aufgelöst wurde und die Leute damals teils sehr enttäuscht waren. Aber es passt nun mal einfach zur Serie, dass man auch nach dem Ende Spekulationsspielraum und Platz für Theorien lässt. Wenn man hier eindeutig gesagt hätte: Das LIcht auf der Insel ist Diesunddas und die Insel selber ist speziell weil soundso hätte das doch einiges zerstört.
    Dass es natürlich einige Dinge gibt, die man besser hätte erklären können, steht aber auch außer Frage. Widmore, die Hütte, die Zahlen usw.
    Insgesamt ist Lost aber einfach eine Serien-Erfahrung die ihresgleichen sucht. Eine meiner absoluten Lieblingsserien.

    Gefällt 2 Personen

      1. Naja ich meinte jetzt wie ich. Also ich find das Ende auch so gut, wie es gewählt wurde, und auch sonst kann man meiner Meinung nach wenig gegen Lost sagen.
        Einfach eine sehr gute Serie.

        Gefällt mir

    1. Der Kollege vom Schrottplatz hat eigentlich alles gesagt. „Lost“ ist tatsächlich die einzige Serie, die ich mit Freude und Leidenschaft von Anfang bis Ende geschaut habe. Das Ende als solches fand ich im Gegensatz zu vielen anderen sogar richtig gut! Allerdings lässt sich nicht von der Hand weisen, dass die Macher das eine oder andere Fass aufgemacht hatten, ohne zu wissen, was da eigentlich rein soll. Das hat man zum Ende hin schon gemerkt.

      Gefällt 2 Personen

      1. Ja, es ist ganz klar, dass die Macher erst mal alles an die Wand geworfen haben, was ihnen halt in den Sinn kam und dan hat man halt mal geguckt, was so hängen bleibt. Spätestens in Staffel 5 hat man ja die Logik teilweise eh komplett über Bord geworfen. Wer zu dem Zeitpunkt allerdings damit klar kam, kann sich eigentlich auch nicht großartig über das Ende beschweren. Und wenn man sich über das Ende beschwert, müsste der Zug eigentlich schon viel früher abgefahren gewesen sein.
        Ic finde ja nebenbei einen Großteil der letzten Staffel ziemlich schwach. Der Anfang ist sogar eine komplette Katastrofe wenn man mich fragt, aber zum Ende hin kriegt man dann eben doch noch die Kurve.

        Gefällt 1 Person

  3. Ich hatte ehrlich gesagt auf einen Spoiler von dir gewartet. Ich war bis zur zweiten Staffel Lost Fan und dann hab ich aus Zeitgründen nicht mehr so viel reingeschaut und irgendwann hab ich nicht mehr verstanden wer die ganzen neuen Leute und so sind. Also ich will das Ende wissen aber nicht noch mal alles anschauen 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Hm also ich weiß eigentlich gar nicht wie ich das Ende erklären soll, da es ja nicht eindeutig ist. Und in der zweiten Staffel lief ja noch alles ziemlich rational, später kamen erst die ganzen Zeitsprünge und so… Echt schwer überhaupt zu spoilern, ich kann nicht mal sagen „es stirbt..“ weil am Ende nicht klar ist, ob fast alle tot sind oder doch noch leben.
      Ist vielleicht ein blöder Rat, aber schaus dir die Serie am besten doch nochmal an 😀 Ich kann sie nur empfehlen.

      Gefällt 1 Person

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