Der gruseligste Abend des Jahres ist vorbei. Traditionell habe ich mich vor den Fernseh gekuschelt und ein paar spannende Filme geschaut.

Eigentlich sollte ja Horror auf dem Programm stehen, aber mein Freund ist so ein riesen Horror-Fan, dass die Suche nach einem Film, den er noch nicht gesehen hat, sich wirklich schwierig gestaltet. Um nicht damit Stunden zu vergeuden, haben wir uns auf zwei Thriller geeinigt: Zwar ohne versteckte Geister oder wandelnde Zombies, aber dafür war ja auch Walking Dead zuständig. Gestern um 23 Uhr ging es endlich wieder los! 🙂

Davor haben wir Nightcrawler mit Jake Gyllenhaal (2014) und Gone Baby Gone (2007) geschaut.

Für meine Meinung zu den beiden Filmen und einem ersten Eindruck zur 5. Staffel von The Walking Dead, müsst ihr einfach nur weiterlesen! 🙂


Nightcrawler

Kurz zum Inhalt:

Der Kleinkriminelle Louis Bloom (Jake Gyllenhaal) entdeckt bei einer nächtlichen Fahrt durch L.A. einem Nightcrawler (Kameramänner, die Bildmaterial von Unfällen usw. sammeln). Er beschließt sein Leben umzukrempeln und ab sofort auch auf die Jagd nach spektakulären Bildern zu gehen. Louis wird immer besser und geht dabei rücksichtslos und ohne Skrupel vor. Er überschreitet mehrfach Grenzen, sowohl menschlich, ethisch als auch gesetzlich. Letztendlich scheint ihn aber genau diese Strategie zum Erfolg zu bringen.

Meine Meinung:

Zunächst habe ich mir nicht viel von diesem Film versprochen, zumindest nicht viel Tiefgang. Die Skrupelosität von Louis hat mich dann aber wirklich schockiert. Schnell wird dem Zuschauer klar, dass Louis im Kopf nicht ganz sauber ist. Im deutschen Fernsehen sind solche Bilder von Gewalttaten geradezu unvorstellbar, aber in den USA und auch in anderen Länder ist es gang und gebe auch sehr blutige Taten zu zeigen. Von daher ist Louis‘ Vorgehen nicht unlogisch, unverständlich ist es aber trotzdem. Spätestens als er absichtlich Beweismaterial der Polizei vorenthält, um noch bessere Bilder zu bekommen, wird klar, dass er fernab von Gut und Böse ist.

Am Ende hätte ich mir, wie wohl die meisten, gewünscht, dass er für sein Handeln bestraft wird. Allerdings bildet das Ende meiner Meinung nach eher die Realität ab, wie sie heute leider vorherrscht. Sind am Ende alle moralischen Vorstellungen und Vorschriften egal, solange die Story gut ist? Letztendlich setzen sich doch meist die durch, die bewusst solche Grenzen überschreiten. Und ist eigentlich nicht der Kameramann sondern das Publikum Schuld, das immerzu voyeuristisch nach blutigen Bildern und grausamen Geschichten strebt?

Aktionszenen hatte der Film eher weniger zu bieten, allerdings steht hier definitiv die Botschaft und nicht die Show im Vordergrund. Rundum haben Inszenierung, Kameraführung und musikalische Begleitung die Botschaft des Films gut unterstützt.

Fazit:

Insgesamt ein gelungener Thriller, der die Abgründe des menschlichen Erfolgsstrebens und der Sensationslust aufzeigt.


Gone Baby Gone

Zum Inhalt:

Die vierjährige Amanda verschwindet ohne ein Anzeichen auf Entführung oder Erpressung. Sie lebt bei ihrer drogensüchtigen Mutter in einem Armutsviertel von Boston. Ihre Tante beauftragt die Privatdetektive Patrick Kenzie und Angela Gennaro, die zusätzlich zur Polizei nach Amanda suchen sollen. Beide werden von zwei Polizisten unterstützt und finden recht schnell eine Spur auf die mutmaßlichen Entführer. Allerdings ist alles nicht so wie es scheint. Am Ende handelt es sich gar nicht um eine Entführung sondern eine „Rettung“ Amandas.

Meine Meinung:

Über diesem Film steht die Frage: „Ist es in Ordnung ein Kind zu entführen, wenn man ihm eine bessere Zukunft bieten kann als die Mutter des Kindes?“

Diese Frage wirft letztendlich die Auflösung der Entführung auf. Als in der letzten Szene gezeigt wird, wie sich die Mutter Helene für ein Date fertig macht und Amanda vor dem Fernseher „parkt“, scheint die Frage in gewisser Weise beantwortet zu werden. Auch könnte Patrick seine Entscheidung bereuen, Amanda zu ihrer Mutter zurückgebracht zu haben. So hätte sie doch bei dem mittlerweile pensionierten Polizisten Jack Doyle (Morgan Freeman) und seiner Frau eine rosige Zukunft gehabt.

Der Film nimmt zwar am Ende eine unerwartete und denkanstoßende Wendung, allerdings ist es bis dahin ein langer Weg. Denn das ist nicht die einzige Wendung in dem Thriller. Vom Drogendealer Cheese auf einen Pädophilen über die zwei Detectives und den Onkel bis letztendlich zu Jack Doyle. Ein sehr langer Weg um den eigentlichen Täter und vor allem Amanda wieder zu finden. Oft dachte ich der Film wäre längst zu Ende, als mich dann doch die Filmlänge und der umtriebene Patrick daran erinnert haben, dass es noch weiter gehen muss. Ich denke man wäre mit weniger Wendungen und möglichen Tätern auch zum gewünschten Erfolg gekommen.

Ob die Stimmung und die Umgangsweisen in einem Armutsviertel in den USA realistisch wiedergegeben wurde, kann ich nicht genau beurteilen. Mich hat es überzeugt auch wenn die ein oder andere Beleidigung bzw. Aktion ein bisschen over the top war.

Die Spannung ist mit der Handlung leider immer wieder abgefallen. Daran konnte auch die musikalische Unterstützung nichts ändern. Einziger Schockmoment bei mir: Die Schießerei am Stausee; damit hatte ich in dem Moment irgendwo nicht gerechnet.

Fazit:

Ein Film, der eine interessante Botschaft hat, aber sich leider in den Versuchen durch unerwartete Wendungen Spannung zu erzeugen, verliert.


The Walking Dead – Staffel 5, Folge 1-3

Zu den neuen Folgen will ich eigentlich noch gar nicht so viel sagen, dazu gibt es dann nochmal am Staffelende eine Review. Nur soviel:

Das lange Warten hat sich wirklich gelohnt. Die ersten Folgen sind blutig und brutal. Trotzdem gibt es herzzerreißende Momente als alle wieder zusammen finden. Insgesamt also eine Berg- und Talfahrt der Gefühle und durchwegs Spannung. Normalerweise hätte ich nie bis halb 2 ohne einen Hauch von Müdigkeit durchgehalten. Aber mit The Walking Dead ist eben nichts normal! 🙂

Ich freue mich auf die nächsten Folgen heute Abend und auf eine zombiemäßige Woche! 🙂

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