Wie soll eine Zombie-Serie jemals an The Walking Dead heran kommen? Und dann auch noch die selbe Grundthematik?!

Als ich das erste Mal von der Spin-off-Serie Fear the Walking Dead gehört habe, war ich mehr als skeptisch, ob sie einer meiner Lieblingsserien überhaupt das Wasser reichen kann. Die Story rund um Rick und co. ist immerhin quasi untopbar. Im Grunde habe ich überhaupt keinen Sinn in einem Spin-off gesehen, wo doch zu den Beißern und der Ansteckung alles bekannt ist. Ist die neue Serie letztendlich nur ein Ausschlachten des Walking Dead-Hypes, um mehr Profit zu schlagen?

Ausschlaggebend für mich war letztendlich, dass Fear the Walking Dead von den selben Machern produziert wurde. Robert Kirkman und Dave Erickson sollten sich schließlich etwas dabei gedacht haben.

Die Serie wird seit 23. August jeden Sonntag auf amc in den USA ausgestrahlt. Glücklicherweise hat sich amazon die Rechte für die deutsche Erstausstrahlung gekauft und zeigt exklusiv am Folgetag die deutsche Fassung kostenlos in ihrem Streaming-Dienst. Somit muss man  jede Woche geduldig auf die nächste Folge warten.

Mittlerweile wurden die ersten drei Folgen der Staffel eins ausgestrahlt und ich konnte mir ein erstes Bild machen:


Die Serie spielt in Los Angeles kurz vor Ausbruch der Zombie-Apokalypse. Dreh- und Angelpunkt der Erzählung ist eine sechsköpfige Patchwork-Familie. Da gibt es zum einen das Pärchen Madison und Travis, beide Lehrer an der Paul R. Williams High School in El-Sereno. Madison ist verwitwet und bringt aus erster Ehe ihre zwei Kinder Alicia und Nick mit in die Beziehung. Travis wiederum hat einen Sohn, Christopher, mit seiner Ex-Frau Liza. Die Stimmung in der Familie ist bereits vor Beginn der Apokalypse angespannt:

Madisons Sohn Nick ist drogensüchtig und bekommt sein Leben nicht auf die Reihe. Seine Schwester ist dagegen eine verantwortungsvolle Musterschülerin. Travis und Liza teilen sich das Sorgerecht für Christopher, was immer wieder zu Streitigkeiten führt. Christopher selbst macht seinen Vater für die Trennung der Eltern verantwortlich und akzeptiert die neue Patchwork-Situation nicht.

Bereits in den ersten Minuten der Serie wird der Zuschauer mit den altbekannten Beißern konfrontiert. Nick erwacht nach einem Drogen-Trip in einer alten Kirche, die von Junkies als Unterkunft genutzt wird. Er begibt sich auf die Suche nach seiner Bekannten, die eigentlich neben ihm eingeschlafen ist. Im unteren Teil der Kirche findet Nick sie letztendlich – allerdings stillt sie gerade ihren Hunger an einem anderen Drogensüchtigen. Als sie Nick entdeckt, möchte sie auch ihn schnappen. Er rennt davon auf die Straße, wird von einem Auto angefahren und landet letztendlich in der Psychiatrie…Wer glaubt schon einem Drogensüchtigen, dass er vor einem Zombie weggelaufen ist?

Nick weiß selbst nicht mehr ob sein Erlebnis Realität war und vertraut sich nur Travis an. Der wiederum besichtigt daraufhin die verlassene Kirche und findet dort blutige Überreste des nächtlichen Massakers vor. Derweil passieren immer mehr mysteriöse Dinge, die Travis und auch Madison verunsichern. Als beide selbst einen Beißer begegnen, pack sie die Panik und sie beschließen mit ihren Familien zu fliehen. Mittlerweile hat sich allerdings die Lage bereits so zugespitzt, dass sie es nur mit Mühe und Not schaffen, alle Familienmitglieder aufzusammeln und los zu fahren. Kurz vor der Abfahrt stürmt plötzlich eine Art Sondereinsatzkomando mit Helikoptern, Fahrzeugen und Schutzanzügen die kleine Vorstadtsiedlung und „beseitigt“ alle Beißer.

Zum Ende der dritten Folge ist ungewiss, ob die Gefahr gebannt ist oder sich der Virus weiter verbreitet.


Gerade dass der Zuschauer bereits weiß wie sich der Virus weiter entwickelt, macht meiner Meinung nach die Serie so spannend. Während die Charaktere noch relativ naiv auf die Beißer zugehen und mit ihnen reden wollen, denkt sich der Walking Dead-Kenner nur: „Nein, geh doch weg, was machst du da!“. Obwohl man weiß was passiert, ist es spannend zu sehen wie die Personen in der Serie erst langsam alles kennenlernen, zum Beispiel, dass das Gehirn der Beißer getroffen werden muss.

Außerdem besteht bei Fear the Walking Dead wesentlich mehr Realitätsbezug als bei Walking Dead. Dadurch ist die Story nicht von Beginn an so dystopisch und apokalyptisch. Es entsteht der Eindruck, als könnte so eine Zombie-Apokalypse jeder Zeit auch in Wirklichkeit passieren.

Fear the Walking Dead ist für mich wirklich eine positive Überraschung. Ich hätte nicht erwartet, dass ein Spin-off von The Walking Dead so gut werden kann. Auch hat sich die Serie meiner Meinung nach von Folge zu Folge gesteigert. Ich möchte nicht behauptet, dass sie besser als The Walking Dead ist, aber unbedingt sehenswert. Ich bin gespannt wie sich die Serie entwickelt!

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